Diabetes und Zahnpflege?

Vergangene Woche stand mein alljährlicher Zahnarzt-Kontrolltermin an. Nach der Kontrolle fragte ich einfach aus Neugier, wie die Sachlage bezüglich Diabetes und Zahnpflege, Folgeschäden aufgrund schlechter Blutzuckerwerte etc. seien – und war doch sehr überrascht, welche Antworten ich bekam. Da fragte mich der Zahnarzt meines Vertrauens doch glatt, was denn genau Typ 1 Diabetes sei und ob das heilbar wäre…

Mit solch einer Reaktion hatte ich nun ehrlich gesagt nicht gerechnet und erklärte ihm kurz mein Handicap. Daraufhin suchte er noch nach irgend einem nichtssagenden Flyer, und die Sitzung war beendet. Seine Assistentin erklärte mir dann, als er den Patientenraum verlassen hatte, noch ihre Ansicht. „Du musst unbedingt auf die Zahnzwischenräume achten! Bei schlechter Mundhygiene lässt sich auch der Diabetes schlecht einstellen!“.

Das klang aber mehr so nach den üblichen Ratschlägen, die sowieso jeder Patient zu hören bekommt, etwa:
„Sie sind über 40? Dann müssen Sie unbedingt auf ihre Zahnzwischenräume achten!“
„Sie sind schwanger? Dann müssen Sie unbedingt auf ihre Zahnzwischenräume achten!“
„Sie haben gerade einen Döner gegessen? Dann müssen Sie unbedingt auf ihre Zahnzwischenräume achten!“

Ich hatte jetzt eher mit einer ausführlichen und belehrenden Studie zu Folgeschäden im Zahnfleischbereich gerechnet, aber nicht damit. Immerhin waren meine Zähne alle in Ordnung.

Ein Gedanke zu „Diabetes und Zahnpflege?

  1. Dr. Matthias Riedl

    Hallo,

    Parodontitis trifft fast jeden zweiten Diabetiker – erst Recht bei schlechter Einstellung! Diese Erkenntnis muß sich im Fachpublikum noch erst durchsetzen. Auch die Tatsache, dass eine Entzündung der Zahnschleimhaut vor Karies die wichtigste Ursache für Zahnverlust ist und die Entstehung von Übergewicht, Herzinfarkt und Schlaganfall negativ beeinflusst.  Im medicum Hamburg arbeiten eine Parondotologin und ein Diabetes Zentrum Hand in Hand  unter einem Dach. Das ist ein Novum in Deutschland – leider noch. Aber solange die Fachkreise sich noch schwer tun, neue Erkenntnisse in die Praxis um zu setzen, bleibt den Betroffenen  nichts anderes übrig als sich selbst zu kümmern und die Zahnfleischtaschentiefe beim Zahnarzt ausmessen zu lassen und zu eine Vorsorgeuntersuchung einzufordern. Über 2 mm dürfen die Taschen nicht tief sein, sonst droht Ungemach!!!  

    LG M

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